miércoles, 16 de abril de 2008

GERMANISCHE KULTUR: VIKINGERS RELIGION



Der Literarische Quellen über den germanischen Glauben beginnen mit dem Römer Tacitus. Der setzt die Hauptgötter römischen Gottheiten gleich, so Wodan (Odin) dem Merkur, Tyr (Ziu) dem Mars, Donar (Thor) dem Jupiter, Frija (Frigg) der Venus. Weitere Gestalten der germanischen Götterwelt sind Freyja, Freyr, Baldr, Loki und Hödr.
Die Götter der nordischen Edda sind erhöhte Wesen von menschlicher Gestalt, deren Überlegenheit auf Zauberkräften beruht. So nahm die Zauberei einen wichtigen Platz im germanischen Leben ein, wozu auch die Befragung der Runen gehörte.
Einen eigentlichen Priesterstand kannten die Germanen nicht. Der oberste Verwaltungsbeamte hatte priesterliche Aufgaben. Nach Tacitus hielten die Germanen ihre Gottesdienste nur im Freien, in Hainen, ab. Im Laufe der Zeit begannen sie auch mit dem Tempelbau und der Verehrung von Götterbildern. Die nächtliche Seite der Wotansreligion spiegelt sich in dem Glauben an die Wilde Jagd.
Neben dem eigentlichen religiösen Glauben bildete sich allmählich eine Lehre von den Mächten und Geschehnissen einer höheren Welt heraus. Es waren vorzugsweise die Isländer, die sich um dieses heidnisch-nordische Weltbild bemühten; bei ihnen konnte sich die Religion noch ein Jahrhundert länger als andernorts halten. Nach ihrer Überlieferung ist die Welt von gütigen Göttern, Asen und Vanen, aus den Gliedern eines Urwesens, dem Riesen Ymir, geschaffen und eingerichtet. Welt und Menschheit werden einst in den Ragnarökr zu Grunde gehen. Quelle dieses Weltbildes ist vor allem die Edda.
Die Mythologien der Völker Skandinaviens unterscheiden sich in manchem von dem, was aus dem mitteleuropäischen Germanien überliefert ist. So fehlen die Gottheiten Loki, Hoenir und Heimdall dem Süden völlig. Andererseits kennt der Norden nicht die im Raum des heutigen Deutschland verehrten Eru, Phol, Saxnot, Beovulf, Zisa oder Sindgund. Auch Gottheiten des Mittelmeeraums wie die Isis oder die Diana waren den regen Austausch mit der hellenistischen Welt pflegenden Germanen Mitteleuropas bekannt.
Angesichts der Weite des Raumes und des Zeitraums nehmen einander scheinbar widersprechende Angaben nicht Wunder. Vermischungen mit Nachbarvölkern tun ein übriges, keine einheitliche Germanische Religion vorzufinden. Keltische oder römische Einflüsse im Westen und Süden, Berührungen mit Balten oder Slawen im Norden und Osten sowie frühe Expeditionen germanischer Völker bis nach Kleinasien brachten Impulse in den Kult ein.
Zauberei bei den Germanen
Das Zauberlied, der Gesang zum Zwecke des Zauberns gilt als die älteste literarische Form, die bei den Germanen, bei den indogermanischen Völkern überhaupt, geläufig war. Das Wort „Zauber” (ahd. zoubar) bedeutet im eigentlichen Sinne Mennig. Mit diesem blutroten Farbstoff wurden die geritzten Runen gefärbt. Neben dem Zaubergesang, der eng mit dem Schwur verwandt ist, nimmt der Segen breiten Raum ein. Das gesprochene Wort dient allgemein der Befestigung einer beim Sprechen oder Singen begangen symbolischen Handlung.
Schon früh wurde zwischen verbotener und erlaubter Zauberei entschieden, wobei diese die nutzbringende, jene die schadende Magie ist. Daraus wurde im Mittelalter die Trennung in löbliches Gotteswerk und verdammungswürdige Teufelskunst entwickelt, auch weiße und schwarze Magie sind gängige Begriffe.
In Bereich der Zauberei fällt allgemein die Heilkunst. Sofern die Krankheit als Einwirken eines Dämons aufgefasst wird, hat der Heiler dieser feinstofflichen Macht etwas geistiges entgegenzusetzen, eben einen Heilzauber, mit dem die Krankheit beschworen wird, ihr Opfer zu verlassen. Solche Vorstellung kennt auch das katholische Christentum als Exorzismus.
Zu den ältesten erhaltene Zeugnissen gehören die Merseburger Zaubersprüche, ein Spruch zum Lösen der Fesseln in Gefangenschaft und einer zur Behandlung von Verrenkungen beim Pferd. Zur Vorbeugung wurde als guter Wunsch der Segen gesprochen.
Verbreitet war der Sympathiezauber, etwa wenn vor Tagesanbruch Feuer entzündet wurden, um den Aufgang der Sonne zu beflügeln oder das Räuchern von Rasenstücken, auf denen Widersacher gestanden hatten. Analog dem auf- und abnehmenden Mond wurde vom Landmann gesät bzw. gejätet, was gedeihen oder verschwinden sollte (ebd., S. 69f.).
Aus der Edda sind besonders die Runenlehren, die Zauberlieder oder der Zaubergesang der Groa zu nennen. Eng mit der Zauberei hängt der Seelenglaube zusammen, demnach die Seele den Körper gelegentlich verlassen kann. Tritt die Seele aus dem menschlichen Körper, vermag sie die Kräfte ihrer jenseitigen Welt zu Nutzen oder Schaden, auch zur Weissagung zu gebrauchen. Tote zu beschwören (Nekromantie) ist daher ein besonderer Zweig der Zauberei, ein Beispiel sei der Ritt Odins zur Wölwa, um die Bedeutung von Balders Albträumen zu erfahren.
Die Kräfte der aus dem Körper ausgefahrenen Seele stellten für den Zauberer eine Konkurrenz dar, die der natürlich zu bekämpfen trachtete, wobei er dabei auf Zustimmung der Bevölkerung hoffen dürfte, weil seine Gegner meistens schadbringende Geister gesen seinen. Der Umstand, daß diese Geister meistens nächtlich wirkten und zudem überwiegend weiblicher Natur gesen sein, hätten schon früh zur Unterscheidung von Zauberei und Hexerei geführt (Herrmann 1994, S. 68).
Ein Zauber war der Galdr, ursprünglich erfunden von den Reifriesen Hrimthursar und dessen Kenntnis Odin seine Herrschaft verdankte. Hierher gehörten die Runenweisheit, die Verwendung von Zauberschwertern und solches mehr.
Ein anderer Zauber war Seidr, der zumeist von Frauen ausgeübt war und zum Beispiel auf Kenntnis der Kräuter und ihrer Bereitung im Kessel beruhte.
Schriftliche Quellen
Schriftlichen Zeugnisse über die Germanen und ihren Glauben sind nur spärlich vorhanden. Von der nur mündlich überlieferten vorchristlichen Dichtung der Germanen ist fast nichts erhalten. Die Runen, Schriftzeichen, welche die Kimbern um 200v. aus dem Alpenraum nach Norden gebracht haben sollen und die auf etruskischen Buchstaben beruhen sollen, wurden allenfalls für Inschriften und zu Orakelzwecken gebraucht.
Älteste schriftliche Quellen stammen von den Römern, die in den Germanen eine stetige Bedrohung sahen, mit ihnen aber auch kulturellen Austausch pflegten. Wichtige Autoren aus dieser Zeit sind Cäser („Gallischer Krieg”) und Tacitus („Germania”, ~100n.).
Spätere Quellen sind die Berichte christlicher Missionare, etwa Abschwörungsformeln oder Präparationen für die Prediger, welche die heidnischen Lehren widerlegen helfen sollten, außerdem manche Zaubersprüche (z. B. Merseburger Zaubersprüche).
Weitere sind germanisierte Erzählungen biblischer Stoffe wie die sächsische Genesis oder der Heliand oder es sind christianisierte Versionen germanischer Überlieferung wie das Gedicht Muspilli, das den Weltuntergang beschreibt.
Dann sind es die Heldendichtungen, die mytische Motive enthalten, etwa das Hildebrands- oder das Nibelungenlied. Vieles ist auch in Märchen überkommen, hervorragend sind die Märchensammlungen der Brüder Grimm (Kinder und Hausmärchen) sowie die Sammlungen Ludwig Bechsteins.
Reiche Dichtung ist aus dem Norden überliefert, wo sich die Dichtung auch schriftlich entfalten konnte und die Christianisierung später einsetzte. Hier sind vor allem die vielen Leider der Edda zu erwähnen.
Eie römische Sicht Germaniens liefert Tacitus mit seiner „Germania”, spärliche Hinweise gibt Cäsar im „Gallischen Krieg”.

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