sábado, 14 de junio de 2008

OCTOBER FALLS - THE STREAMS OF THE END


Mit der MCD "The Streams Of The End" beschreiten die mittlerweile vom Ein-Mann-Projekt zur Band angewachsenen OCTOBER FALLS aus Finnland musikalisches Neuland. Die bisherigen Veröffentlichungen der 2001 gegründeten Truppe um Mastermind M. Lehto spielten sich allesamt eher im Bereich ruhiger, folkiger Klänge der Bauart von ULVERs "Kveldsanger" oder EMPYRIUM ab. Diesmal wurde ein deutlich rauerer Ansatz gewählt. Die Melancholie der Akustikgitarre hat allerdings erwartungsgemäß, und sicherlich auch zum Glück, immer noch ihren Platz bekommen.Lange Rede – kurzer Sinn, es handelt sich bei dieser Veröffentlichung um Blackmetal mit Folk-/Pagan-Einschlag, wobei der Metalanteil, auch wenn man es im Hinblick auf die bisherige Diskographie vielleicht nicht erwarten würde, doch klar den Kern bildet. ULVER stellen sicherlich immer noch einen ganz guten Anhaltspunkt dar, nun allerdings ein Album früher, zu "Bergtatt" Zeiten. So werden die verzerrten Teile von atmosphärischen, stromlosen Melodien eingerahmt, wodurch ein sehr rundes, stimmiges Gesamtbild erzeugt wird.Aber auch die Blackmetalriffs werden vielmals in Verbindung mit Akustikgitarren dargeboten, was mich sofort an BEHEMOTHS "Sventevith" erinnert hat. Letzteres Album sowie das erstgenannte "Bergtatt" sollten auf jeden Fall schon eine ziemlich klare Vorstellung verschaffen, was sich auf "The Streams Of The End" abspielt. Im Vergleich zu diesen beiden Klassikern ist die Produktion hier zeitgemäß, sprich angenehm kraftvoll und klar. Bei den ersten Durchläufen fand ich den eher leisen, in den Hintergrund gemischten Gesang etwas anstrengend, aber im Endeffekt passt genau diese Eigenart in das Gesamtwerk. Die Stimmung wird hier eher subtil übertragen, ohne sich dem Hörer aufzudrängen. Dies empfinde ich besonders wohltuend im Hinblick auf die meisten anderen Veröffentlichungen dieser Tage, die sich noch so "Pagan" oder "Folk-/Blackmetal" schimpfen und sich in völlig übertriebenen Klischees verlieren.Ähnlich ist meines Erachtens auch das Cover ausgefallen, das sich mir erst auf den zweiten Blick erschloss, aber wirklich erstklassig zur Stimmung passt. Abgebildet ist eine Winterlandschaft, über der eine dunkle Wolkenfront thront. Am Horizont lässt die untergehende Sonne den Eindruck entstehen, auf eine Feuerwand zu blicken. Für den einen oder anderen mag dies vielleicht banal klingen, aber es fängt die apokalyptische Stimmung der Musik völlig ein und beides sollte eigentlich niemanden, der für wehmütige Momente und Melancholie im Schwarzmetall irgendwie empfänglich ist, unberührt lassen.Mit knapp 22 Minuten ist die Spielzeit nicht übermäßig lang ausgefallen, aber auch ohne auf peinliche Sprichwörter zurückzugreifen, ist dies wieder ein positiver Punkt, da das gesamte Material keine Schwächen aufweist und man diese MCD auch problemlos drei mal hintereinander hören kann, ohne dass sie sich abnutzt und langweilig wird.Es handelt sich hierbei auf jeden Fall um sehr persönliche, introvertierte Musik. Die Bilder, die sie vor dem geistigen Auge hervor zu rufen vermag, handeln ausnahmslos von Einsamkeit und sind von stiller Schönheit und Melancholie. Des Weiteren ist positiv zu bemerken, dass die Musik nie vorhersehbar und trotz der vielen Vergleiche in diesem Review wirklich eigenständig ist. Doch bevor ich Gefahr laufe, in Schwärmerei zu verfallen, schließe ich nun mit dem Fazit, dass ich "The Streams Of The End" wirklich jedem empfehlen kann, bei dem durch den zurückliegenden Text Interesse geweckt wurde. Von Debemur Morti Productions ist außerdem noch zu vernehmen, dass bereits Material für ein neues OCTOBER FALLS Album geschrieben und teilweise aufgenommen wurde. Die Besetzung dieser MCD ist dabei beibehalten worden und so werde ich mit erwartungsvoller Vorfreude die Augen nach besagtem Album offen halten und derweil dem vorliegenden Werk noch ein paar mehr Durchläufe geben!

Año: 2007

Estilo: Dark/ Black Metal

Tracklist:

1. Shores Of Fire (6:36)

2. White Northern Soils (5:51)

3. Funeral Pyres (6:29)

4. The Streams Of The End (3:03)

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